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Aus dem Leben eines Kohlkopfes

Es ist ein Tag wie jeder andere. Ich sitze auf dem Feld und warte, dass mich jemand erntet. Oh! - Ich habe mich noch gar nicht vorgestellt:

Man nennt mich Kohlibri und ich komme aus der Familie des Kohls.

Frisches Gemüse. Echter Genuss.

Um ganz genau zu sein: Ich bin eine der berühmten Weißkohle

Zu meinen kleineren Verwandten gehören Rotkohl, Spitzkohl, Wirsingkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Rosenkohl, Kohlrabi, Grünkohl und sogar Exoten wie Pac Choi oder die ulkige „Ackerpille“.

Schon vor mehr als einhundert Jahren lebten meine Vorfahren in Dithmarschen. Inzwischen haben wir uns hier so ausgebreitet, dass Dithmarschen das größte zusammenhängende Kohlanbaugebiet Europas geworden ist! Jedes Jahr wachsen auf den Feldern Millionen Kohlköpfe heran – für die Bauern heißt das viel anstrengende Arbeit, denn meine Verwandten und ich sind sehr anspruchsvoll.

Gerade als Jungpflanzen mögen wir es noch warm und geschützt. Im Gewächshaus können wir wohlbehütet wachsen, bis wir groß und kräftig genug für das raue Leben im Freien sind. Von März bis Mai sind die Bauern dann damit beschäftigt, jedem von uns ein gemütliches Plätzchen im Ackerboden zu geben. Der ehemalige Wattboden hier in Dithmarschen gefällt uns besonders gut, denn er ist schön feucht und enthält viele leckere Nährstoffe für uns Leckermäulchen.

Ganz anständig in Reih und Glied genießen wir dann Sonne, Wind und Regen – und haben auch nichts gegen ein bisschen Sturm. Immerhin können wir als echte Dithmarscher so einiges ab! Und gerade der schön kräftige Wind hält uns so lästige Gäste wie den Kohlweißling vom Leib, die sonst hässliche Löcher in unsere schönen, grünen Blätter fressen würden. Und jetzt sitze ich hier auf meinem Feld und bin doch sooo ungeduldig, was aus mir wohl einmal werden soll! Schon im Juni haben die Bauern die ersten meiner Schwestern und Brüder vom Acker geholt, um sie in die Welt hinaus zu schicken. Und das meine ich wörtlich:

So manch echter Dithmarscher Kohlkopf durfte schon, ordentlich herausgeputzt und schick gemacht, als großer Star bis nach China reisen.

Mit meinen schönen, makellosen Blättern könnte ich mich vielleicht auch für solch eine ruhmreiche Karriere eignen! Die meisten von uns verschlägt es jedoch erst einmal in große Lagerhallen. Bei 0,3-0,8°C fallen wir in einen gemütlichen Winterschlaf, bis wir endlich gebraucht werden:

Dann geht es mit dem LKW in große Fabriken, wo man uns zu gesundem Sauerkraut und Krautsalat weiterverarbeitet. Und wer weiß, mit etwas Glück lande ich vielleicht auch in der Küche einer kundigen Dithmarscher Köchin, die köstliche Kohlrouladen zuzubereiten weiß. Ich bin schon so gespannt!

Tschüss! 

Eure Kohlibri

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